12.02.2025 – Augsburger Schüler erkunden jüdisches Leben in Buttenwiesen
Pressemitteilung der Gemeinde Buttenwiesen und des Lernorts Buttenwiesen
Verfasser Daniel Reichenberger / Johannes Mordstein
Augsburger Schüler erkunden jüdisches Leben in Buttenwiesen
Eine spannende Exkursion führte die Schülerinnen und Schüler des Leistungsfachs Geschichte des Maria Stern Gymnasiums Augsburg mit ihrem Lehrer Daniel Reichenberger nach Buttenwiesen. Ziel der Reise war es, das jüdische Leben in der schwäbischen Gemeinde zu erkunden und sich mit der Vergangenheit sowie aktuellen Fragen des Antisemitismus auseinanderzusetzen. Im Mittelpunkt stand die Emanzipation der Juden in der Zeit des Königreichs Bayern. In diesem langwierigen Prozess spielte Buttenwiesen eine wichtige Rolle, denn der dort ansässige Kaufmann David Bauer initiierte 1846 ein Bittgesuch an den bayerischen König, dem sich fast alle schwäbischen Juden anschlossen.
Empfangen wurde die Gruppe von Gemeindearchivar Dr. Johannes Mordstein und Bernhard Hof, dem Beauftragten der Gemeinde Buttenwiesen für jüdisches Erbe und Erinnerungskultur, die ein vielfältiges Programm vorbereitet hatten. Ein Dorfrundgang, die Online-Ausstellung auf www.lernort-buttenwiesen.de und ein Antisemitismus-Workshop gaben den Jugendlichen Einblicke in die jüdische Geschichte Buttenwiesens. Die Mikwe wurde sozusagen zweimal besucht, nämlich als Original-Denkmal und in der virtuellen Welt über eine spezielle App.
Besonders beeindruckend war das einzigartige Ensemble aus Synagoge, Mikwe und jüdischem Friedhof, das als eines der wenigen in Deutschland in dieser Form erhalten geblieben ist. Die Schülerinnen und Schüler konnten dabei nicht nur die baulichen Zeugnisse des jüdischen Lebens besichtigen, sondern auch mehr über die Schicksale der jüdischen Gemeinde erfahren, die Buttenwiesen über Jahrhunderte hinweg prägte.
Der Workshop zur Auseinandersetzung mit Antisemitismus regte die Gruppe zum Nachdenken an. Historische Entwicklungen wurden ebenso thematisiert wie aktuelle Erscheinungsformen von Judenfeindlichkeit in der Gesellschaft.
Mit vielen gewinnbringenden Eindrücken kehrte die Gruppe nach Augsburg zurück – und mit der Erkenntnis, dass die Auseinandersetzung mit Geschichte ein wichtiger Schritt gegen das Vergessen ist – der Einsatz für kulturelle Vielfalt, Gleichberechtigung und Menschenrechte lohnt sich in Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft.

Foto: Die Augsburger Schülergruppe vor der Mikwe. Links im Bild Lehrer Daniel Reichenberger, daneben Bernhard Hof (Foto: Johannes Mordstein).
Vielen Dank für Ihr Interesse!